360°
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Produktion von interaktiven Kugelpanoramen

Für die Erstellung sphärischer Panoramen fotografiere ich das 360-Grad-Panorama (segmentell - aus überlappenden Einzelbildern bestehend) mit einer professionellen digitalen Spiegelreflexkamera und einem Vollformat-Fisheye-Objektiv. Die Kamera wird von einem sog. "No-Parallax-Point-Adapter" (auch: "VR-Panoramakopf") hochkant gehalten. Der spezielle Stativkopf mit einer rastbaren Dreheinheit steht auf einem Stativ mit Nivelliereinheit. Der für das spezielle Kamerasystem feinjustierte VR-Kopf ermöglicht mir das Drehen der Kamera im No-Parallax-Point (NPP), so dass sich Vorder- und Hintergrund bei benachbarten Bildern nicht gegeneinander verschieben. Erst so kann dann später ein sauberes Zusammenfügen ("Stitchen") der Einzelbilder erfolgen. Vor dem Fotografieren muss das Stativ noch in die Waage gebracht werden.

Je nach vorherrschender Beleuchtung, kann pro Aufnahmewinkel eine Zeitenreihe aus z.B. 7 verschiedenen Belichtungszeiten erstellt werden, um später in der 360°-Ansicht starke Kontraste zu vermeiden. Die Farbtiefe bei der Aufnahme ist mit 14 bit maximal und das Dateiformat RAW. Somit erziele ich die beste Qualität und höchste Flexibilität in der Nachbearbeitung. Ausgelöst wird mit einem Funk-Fernauslöser, um Verwacklungen zu vermeiden und um nicht selbst im Bild zu sein (Schatten, Reflexionen etc.).

Nachdem in der 0°-Achse z.B. 8 Aufnahmen (ggf. jeweils * x Belichtungen) erstellt wurden, muss noch die Decke, der Himmel, oder wie man im Fachjargon allgemein sagt: der "Zenit", fotografiert werden. Dafür schwenkt man den VR-Kopf in die +90°-Position und fotografiert diesen für das Kugelpanorama noch fehlenden Bildbestandteil.

Der Bodenbereich des Kugelpanoramas ("Nadir") erfordert mehrere Aufnahmen, denn hier muss später das Stativ samt Kopf herausretuschiert werden. Zunächst wird der Kopf mit Kamerasystem vertikal auf -90°-Position verstellt und dann belichtet. Daraufhin dreht man den Kopf horizontal um 180° und schiesst erneut ein Bodenfoto. Damit kann im Postprocessing der störende Verikalarm des VR-Kopfes aus dem Bodenbild maskiert werden. Als letzten Schritt schiesse ich noch ein Bodenbild ohne Stativ von einer leicht versetzten Position aus. Im Stitchprogramm kann damit schliesslich eine sog. "Viewpoint Correction" durchführt werden, um die vom Stativ und VR-Kopf verdeckten Bodenbildbereiche damit aufzufüllen.

Je nach Location und Motiv kann das Shooting recht zügig (aber sorgfältig) erfolgen, da meistens mit dem vorhandenen Licht gearbeitet wird. Dafür ist aber die Nachbearbeitung sehr aufwändig, da das Panorama mit den Einzelbildern erst durch das Postprocessing (u.a. Stitchen) "im Kasten ist".

Das Postprocessing beginnt mit der Sortierung in dem Programm Lightroom. Es folgen eine Reihe von RAW-Entwicklungsschritten, um die benachbarten Panorama-Einzelfotos zu optimieren.

Mit einem Lightroom-Plugin kann ich die Mehrfachbelichtungen (falls vorhanden) mittels Dynamic Range Increase (DRI) so miteinander verschmelzen, dass die Lichter noch Zeichnung aufweisen und die Schatten noch Details zeigen. DRI-bearbeitete Fotos sehen meistens natürlicher aus, als die sog. HDR-Panoramen. Zuletzt werden die Einzelbilder in 16-bit-TIF-Dateien exportiert. Die Auflösung meiner Panoramen beträgt aktuell etwa 200 Megapixel.

Diese bearbeiteten TIF-Dateien lade ich schliesslich in mein Stitchprogramm PTGUI pro. Hier gibt es wieder viele Einstellmöglichkeiten zu tätigen und Formatfragen zu beantworten. Ich maskiere bewegte (also doppelte) Objekte in den Überpappungsbereichen und erstelle auch ein maskiertes Nadirbild ohne Vertikalarm, also mit bereits ziemlich viel Bodenbildinformation. Beim Viewpoint-Correction-Foto müssen alle nicht-ebenen Bildbereiche maskiert werden. Kontrollpunkte werden automatisch generiert und müssen zusätzlich auch noch manuell gesetzt werden um das Ergebnis zu optimieren. Nach dem Stitchen erhält man eine sehr große PSB-Datei (ca. 18 GB) mit Ebenen und Masken. Die Photoshop-Masken helfen bei der Retusche von Stitchfehlern in den Überlappungsbreichen. Das aus dem Stitchprozess resultierende Kugelpanoramabild muss peinlich genau nach Stitchfehlern abgesucht werden, um dann mittels Maskierung die Artefakte entfernen zu können. Nach erfolgter Retusche kann ich eine Master-Panoramadatei erstellen, die als Vorlage für verschiedene Ausgabeformate und Projektionen dient.

Für die interaktive Darstellung im Web nehme ich eine Kopie der Panorama-Masterdatei und opimiere Farben, Schärfe und Kontrast wieder in Photoshop. Diese web-optimierte TIF-Datei in höchster Auflösung lasse ich nun von einem Hilfsprogramm der krpano-Tools so bearbeiten, dass eine webfähige 360°x180°-Panoramaansicht mit Standard-User-Interface entsteht. Nachträglich kann ich noch viele Parameter (z.B. Auto-Rotation, Startwinkel, Winkelbeschränkungen etc.) in einer XML-Datei einstellen und ggf. Besonderheiten (eigenes Button- und Interface-Design) oder Erweiterungen (z.B. Hotspots) für das 360°-Foto erstellen und XML-"coden".

Möchten Sie das Thema vertiefen? Dann empfehle ich Ihnen meinen Panorama-Workshop, mein Buch und meine Linkseite rund um die interaktive Panoramafotografie.